Im vorherigen Artikel haben wir nur eine Schwachstelle der Argumentation gesehen, aber noch nicht weiter gedacht.
Was können wir also tun, um das Problem der Sprachentwicklung in den Griff zu bekommen.
Liebe türkische Eltern oder alle Eltern, welche die deutsche Sprache nicht so gut wie ihre Muttersprache beherrschen, sprechen sie mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache, und das vom ersten Tag an. Wer das System Sprache verstanden hat, kann im frühen Kindesalter eine zweite, dritte oder vierte Sprache perfekt lernen ohne die eigene Sprache zu verlernen.
Hieraus ergibt sich, dass die Kinder frühzeitig in ein Umfeld gelangen müssen, indem sie mit der Umgebungssprache, hier deutsch umgehen müssen. Dazu gehören Kindergärten, Kinderkrippen, Krabbelstuben uvm. Wenn möglich sollte versucht werden in eine Einrichtung zu kommen, in der nur ein Teil der Kinder ebenfalls eine andere Muttersprache hat. Doch dies ist leider nicht immer möglich. In Einrichtungen lernen die Kinder die Sprache von Muttersprachlern und haben so umfangreiche Möglichkeiten die Sprache schnell, sicher und perfekt zu lernen.
Zu Integration gehört ein gleichwertiger Kontakt zu Kindern aus der Umgebung. Versuchen sie ein Gleichgewicht zu finden, zwischen dem Ermöglichen von Kontakten aus dem eigenen kulturellen Umfeld und aus dem deutschen Kulturellen Umfeld. In diesen Freundschaften lernen Kinder mehr als in einem Deutschkurs.
Seien sie ehrlich zu sich und zu Erziehern, Lehrern usw. Es gibt deutsche Kinder, die sprachliche Auffälligkeiten zeigen. Die gibt es in jeder Muttersprache. Doch können Schwächen in der Muttersprache auch von den kompetentesten Erziehern meist nicht erkannt werden.
Doch reicht unser System aus? Scheinbar nicht, sonst würden nicht so viele Kinder in die Schule kommen und nur sehr wenig Deutsch beherrschen. Hierfür lassen sich sicherlich Gründe finden.
laut einer Expertise des paritätischen Wohlfahrtsverbandes braucht es für eine gute Entwicklung einen entsprechenden Stellenschlüssel in der Kindertageseinrichtung. Dies soll gewährleisten, dass Kinder genügend erwachsene Ansprache bekommen.
http://www.der-paritaetische.de/uploads/tx_pdforder/expertise_gute_betreuung_web2_02.pdf
Die Einrichtung von Integrationsgruppen, könnte hier für Erzieher wie auch für Kinder eine Entlastung schaffen. Doch ist Integration in manchen Regionen gar nicht mehr möglich, da die Kindergruppen bis zu 100% aus Kindern mit Migrationshintergrund bestehen.
Viele Erzieher sind nicht über den aktuellen Stand der Forschung zur Sprachentwicklung informiert. Das liegt wohl auch an verschiedenen Faktoren
Viele Träger investieren wenig oder gar nichts in die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.
Aufgrund der mangelnden Wertigkeit wird dieser Beruf nicht mehr als wichtiger Teil des Lebens verstanden, sondern mehr als Möglichkeit Geld zu verdienen
Eingefahrene Strukturen verderben dem motivierten Erzieher die Lust auf Neues. Es wird sich anderen Dingen zugewendet.
Überarbeitung und Krankheiten schränken die Möglichkeiten der Fortbildung und Weiterbildung stark ein.
Zusammengefasst: Motivierte Erzieher braucht das Land, aber es wird nichts dafür getan, diese zu bekommen! Das Problem ist schon in der Grundstruktur der elementaren Erziehung zu suchen und lässt sich kaum kurzfristig lösen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen