Das Gefühl für Internalität (Selbstbestimmung) und Externalität (Fremdbestimmung) ist wohl ein sehr subjektives. Viele Faktoren führen zu diesen Gefühlen. So werden Menschen in einem sehr freizügigen politischen System sich eher selbstbestimmt als in einem kontrollierenden, einschränkendem politischen System fühlen.
Doch Internalität und Externalität spüren alle Menschen zu jeder Zeit. So bin ich im Berufsleben bis zu einem gewissen Grad selbst- aber auch fremdbestimmt. Seien es Marktlage, gesetzliche Vorgaben oder Vorgesetzte, die meine Selbstbestimmung einschränken, so kann ich mich ihnen nie wirklich entziehen.
Doch wie schaffen wir es, mit diesen Einschränkungen der Selbstbestimmung umzugehen. Einige Menschen suchen das Extrem. Während die Einen versuchen sich möglichst vielen Zwängen wie Pflichten zu entziehen, streben die Anderen nach möglichst totaler Fremdbestimmung und gehen z.B. in die Armee oder zur Fremdenlegion in der strikte Regeln und Vorgaben wie auch eine starke Gruppenzugehörigkeit ein starkes Gefühl der Externalität hervorrufen.
Die meisten von uns haben gelernt, dass es Dinge gibt, die man nicht ändern kann und Dinge, die man verändern, verbessern und anpassen kann.
Kinder benötigen Erfahrungen mit beidem. Sie benötigen Raum und Platz, um selbst aktiv zu werden und ihre eigene Entwicklung zu steuern und anzuregen. Doch sie benötigen ebenso eine starke Führung und klare Regeln von den Erwachsenen. Das Ziel, ein Kind zu einem selbstbestimmten Individuum zu erziehen wird sicherlich nicht erreicht, indem die klaren Strukturen, die ein Kind zur Orientierung braucht beiseite geschoben werden. Vielmehr werden Kinder in einem Gleichgewicht aus beidem zu einem starken, selbstbestimmten Individuum.
Wer nicht mit Regeln konfrontiert wird, könnte sie später verzweifelt suchen oder aber diese völlig ablehnen. Schul- und Berufserfolg bleiben aus.
Woher soll ein Kind lernen, wie man zuhört wenn dieses Skill niemals eingefordert wird. Und ebenso geht es vielen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Kind mit in die Schule und später ins Berufsleben mitbringen muss. Nicht alles lernt ein Kind aus sich heraus. Schließlich sind Kinder keine Pflanzen, die nur Licht, Wasser und Nahrung brauchen um zu gedeihen. Denn wie viel mehr muss ein Kind lernen als eine Pflanze, um als Erwachsener in unserer Welt zu bestehen?
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