Montag, 28. Dezember 2009

Portfolio

Schon lange war uns klar, was ein Portfolio im Kindergarten bedeutet. Wir haben uns lange ausgetauscht, haben Ideale eingeworfen und waren uns klar, dass einiges einfach keine Zeit finden wird im Alltag. Doch wir wollten versuchen so viel wie uns möglich ist umzusetzen von dem, was wir uns unter Portfolio vorstellen. Viel Literatur habe ich mir angeschaut, aber nur ein Buch schaffte es mich zu überzeugen. Schade eigentlich, dachte ich damals.

(Buchtipp: http://www.amazon.de/Portfolios-Kindergarten-das-schwedische-Modell/dp/3834602426/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1261994123&sr=8-1 )

 
 

Doch nun kam eine neue Kollegin ins Team und brachte mich zum grübeln. Nein, unser Konzept wird nicht umgeworfen, aber wir lassen gerne daran wackeln.

Doch was sie aus einer anderen Einrichtung mitbrachte, war so ganz anders, wie wir uns Portfolioarbeit vorstellten.

 
 

Doch erst mal: Was ist Portfolioarbeit für uns?

Die Prozesse der Kinder werden nicht nur angestoßen und begleitet, sondern auch dokumentiert. Hierfür setzen wir Fotos, kleine Geschichten, freie Arbeiten und auch gezielt angeleitete Arbeiten ein. Dies können sein z.B. Bilder nach direkter Aufforderung mit einem festen Thema, Äußerungen uvm.

Mit einem Portfolio können wir uns und den Eltern deutlich machen, was ihr Kind geleistet hat. Ebenso kann man dies dem Kind deutlich machen.

Soviel zu dem Portfolio, wie wir es uns vorstellen und wie wir es dann praktizieren, wenn die Zeit uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

 
 

Doch andere Einrichtungen und auch andere Konzepte gehen mit dem Zeitproblem ganz anders um. Feste Aufgaben, Arbeitsblätter und ein fester Plan, wann was im Portfolio zu sein hat engt zwar die Arbeit ein, befreit aber von dem Organisationsaufwand, der uns in die Verzweiflung treibt.

 
 

Auch von Einrichtungen, die eine reine Sammlung der eigenen Werke in ihren Ordnern haben, habe ich schon gehört. Andere Einrichtungen verzichten ganz auf Ordner und wählen ein Modell mit Sammelmappen, in denen die Kinder unsortiert ihre Werke sammeln, auf die die Erzieher und die Eltern später zurück greifen können, sofern etwas in der Sammelmappe enthalten ist.

 
 

Über die Vorteile der verschiedenen Systeme kann man diskutieren, über die Nachteile auch. Doch das möchte ich an dieser Stelle gar nicht tun. Vielmehr bin ich wieder einmal darüber verwundert, wie ein einfaches Konzept doch immer wieder neu interpretiert und grundsätzlich vollkommen unterschiedlich ausgelegt werden kann. Über Richtig und Falsch kann man glaube ich, nicht urteilen, wie so oft in der pädagogischen Praxis.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen